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Was genau ist Zen?

Was genau ist Zen?
Zen ist keine Lehre, kein Konzept, keine Religion, kein Dogma, keine Lebensphilosophie . Zen ist ein Weg - nicht mehr und nicht weniger.

Dieser Weg führt zu dem wahren Kern eines jeden Menschen, dieses Selbst ist das vermeintliche Ziel. Vermeintlich deshalb, und das ist das Paradoxe oder Verwirrende für viele Menschen, weil es im Zen eigentlich nichts zu erreichen gibt, denn unser Selbst ist ja schon da, war es immer und wird es immer sein.
Das Selbst also muss nicht gesucht oder gar gefunden werden, es ist immer da -  jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, in jedem Atemzug. Doch das zu erkennen, zu spüren, zu „wissen“,
das ist wohl das Schwierigsten und gleichzeitig das „Erhabenste“, „Glückseligmachenste“, was es in einem Leben zu entdecken und zu erfahren gibt.

Die Praxis des Zen, Zazen, löst die Hindernisse auf, die es uns jetzt noch nicht ermöglichen, unser „wahres Selbst“ zu sehen. Geht man diesen Weg, dann führt er zu einem tiefen Glück unabhängig von allen Bedingtheiten, frei, offen und unbegrenzt.

Mit Bedingtheit meine ich die Form der materiellen (relativen) Welt. Unbedingtheit ist das Gegenteil, es gibt keine Einschränkung, alles ist Absolut.
Die „relative Welt“ ist die Welt, in der wir die Dinge benennen und uns auf ihre Bedeutung geeinigt haben. Das was wir benennen gilt für uns gemeinsam – was meistens aber nicht funktioniert.
Wenn wir zum Beispiel den Begriff „Wetter“ nehmen. Wetter ist das Zusammenspiel von Strömungen, ob die Sonne scheint oder nicht.  Trotzdem löst das Wort Wetter bei dem einen gute, bei dem anderen negative Emotionen, Gedanken aus. “Sonne yipeah“, „Wo ist meine Sonnenbrille“, „Ich will ein Eis“, „Mist meine Balkonpflanzen vertrocknen“, „Schön, die Garten-Party kann stattfinden“, „Oh Gott, mein Kopf, viel zu hell hier, nie wieder Jägermeister“. Die gleiche Sonne, hunderte von Gedanken und Gefühle, Erinnerungen und Hoffnungen, Befürchtungen, Freud und Leid.

Zen ist ein Weg aus dieser „relativen Welt“ heraus zu gehen. Zen ist ein Weg, auf dem der Mensch „sich selber“ begegnet.

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